Paddeln im Rogen-Seengebiet
und auf der Röa


Das Rogengebiet ist Schwedens südlichstes und gleichzeitig höchstgelegenes Gebirgsseensystem (ca. 750 m.ü.M), liegt zwischen Funäsdalen und Grövelsjön und ist über den Fluss Röa (leichter, kanadiergeeigneter Wildfluss) mit einem der größten Seen Norwegens, dem Femunden verbunden. Langstreckenpaddler können über den Femunden in den Fluss Trysilelven (mittelschweres, kanadiergeeignetes Wildwasser) und auf dessen schwedischer Fortsetzung, dem Klarälven (schöner, im unterlauf sehr ruhiger Wanderfluss) in den See Vänern (bes. gut für Seekajak, Schärenpaddeln) und von dort über den Götaälven (kanalisiert) bis zur Nordsee (Seenpaddeln, Seekajak) bei Göteborg weiterpaddeln. Eine andere Variante ab dem Femunden ist die Tour über den See Feragen bis zur alten Bergarbeiterstadt Røros.

Aufgrund der großen Höhe ist das Wetter recht wechselhaft. Es können ganz plötzliche Winde aufkommen. Deshalb sollte man sich besonders auf den großen Wasserflächen des Rogen möglichst nahe am Ufer halten. Die beste Zeit für Touren im Rogengebiet ist ab Mitte Juli bis Ende September.

Die Natur ist karg und mit teilweise mit lichtem Kiefernwald bewachsen. Der Untergrund besteht aus Moränenanhäufungen mit großen Blöcken. Besonders nördlich des Sees Rogen, im Seenlabyrinth des Käringsjöngebietes sind die Spuren der letzten Eiszeit besonders deutlich. Der südliche Teil des Wanderweges Kungsleden durchquert das Gebiet von Norden nach Süden. Deshalb sind verschiedene Rastplätze mit Windschutz oder einfachen Rasthütten angelegt. Es gibt auch einige bewirtete, kostenpflichtige Übernachtungshütten für Wanderer und Paddler. Die Region ist bekannt für ihre abwechslungsreiche Fauna. Hier leben Rentiere, Vielfrass, Otter, Luchse, Moschusochsen, Bären und Wölfe. Die Seen und Flüsse sind sehr fischreich, besonders Hecht, Äsche und Forelle. (Angelverbot in einigen Seen ab Ende August)Das Rogengebiet ist ein Naturschutzgebiet. Auf der norwegischen Seite der Grenze beginnt der Femunden - Nationalpark und südlich schließt der Nationalpark von Töfsingdalen an.

In diesen geschützten Regionen gilt es, sich an einige Regeln zu halten:

In einigen Gebieten und bei besonderer Trockenheit gilt verschiedentlich ein Feuerverbot. Bei Beginn der Tour sollte man sich unbedingt danach erkundigen.

Dürrkiefern dürfen nicht als Feuerholz benutzt werden.

Hunde müssen aus Rücksicht auf die Rentiere im Naturschutzgebiet an der Leine gehalten werden.

Den Moschusochsen darf man sich nicht näher als 100 Meter nähern. Sie greifen sonst an!

Paddeln ist fast überall erlaubt, aber nicht auf dem Fluss "Övre Mysklan" und von dort an weiter nordwärts!

Anreise:
Mit dem Auto oder Bus nach Tännäs, von dort ca. 15 km einfacher Fahrweg bis Käringsjövallen (Parkplatz). Man kann bis zu den Hütten von Käringsjön weiterfahren, jedoch ist der Fahrweg sehr schlecht. Von Tännäs und Funäsdalen kann man auch in einer bequemen Tagesetappe auf dem Kungsleden nach Käringssjön wandern. Eine andere Möglichkeit geht von Süden her mit dem Bus oder Auto nach Grövelsjön, von dort eine Tageswanderung nach Hävlinge.Übernachtung:
In Schweden und Norwegen gilt das sogenannte "Jedermannsrecht". Solange niemand belästigt wird darf überall gezeltet werden. Allerdings sollte man sich außerhalb der Sichtweise von Wohnhäusern aufhalten. In Nationalparks kann es jedoch vorkommen, dass Gruppen auf die angelegten Rastplätze zurück greifen müssen. Im Rogengebiet gibt es viele Rastplätze mit Windschutz oder einfachen Rasthütten (in denen allerdings nur im Notfall übernachtet werden darf). Dort wurden Feuerstellen angelegt, die auch bei Feuereinschränkungen genutzt werden dürfen.
In den STF-Hütten, den STF-Gästehäusern (Vandrarhem) und auch in den norwegischen DNT-Berghütten gibt es Ermäßigung, wenn man Mitglied im STF ist. Die Mitgliedschaft lohnt sich ab etwa 5 Übernachtungen.

Hier einige Übernachtungsmöglichkeiten, wenn man mal ein festes Dach über dem Kopf haben möchte:
Tännäs: STF-Vandrarhem "Tännäsgården", Margareta Andersson, Tel: +46 (0)684 240 67
Käringsjön: Käringsjönstugorna (6 Hütten á 5 Betten), Per Roger Wiberg, Tel: +46 (0)684 280 22
Rogsbodarna: STF-Fjällstuga, bewirtschaftet, (zwei 10-Bett-Zimmer), Staffan Lidberg +46 (0)102505141
Skredbostugarna: STF-Fjällstuga, bewirtschaftet, (zwei 10-Bett-Zimmer), Staffan Lidberg +46 (0)102505141
Hävlinge: Hävlingstugorna, 1 offene Rasthütte mit 8 Betten, dazu mehrere private Hütten, buchbar über Idre-Touristinformation, Tel: +46 (0)253 207 10
Grövelsjön: STF-Grövelsjöns Fjällstation (Berghotel mit versch. Unterkünften in versch. Preisniveaus,
Tel: +46 (0)253 59 68 80. Wesentlich billiger vermietet Oma Laura (schwerhörig und spricht fast nur schwedisch) Tel: +46 (0)253 23062. Andere Unterkünfte über Idre-Touristinformation Tel: +46 (0)253 207 10
Røvollen: Berghütte mit Selbstbedienung, 21 Betten. An der Anlegestelle zusätzliche, primitiv ausgestattete Rasthütte.

Kanuverleih:
Käringsjön: Per Roger Wiberg, Tel: +46 (0)684 280 22, ca. 7 Boote, 150, - SEK pro Boot und Tag
Hävlinge: Hier hat Grövelsjöns Fjällstation einige Boote liegen (Tel: +46 (0)253 59 68 80). Der Schlüssel muss vorher in Grövelsjön geholt werden.

Karten:
2 lilafarbene Fjällkarten werden benötigt 1: 100 000: "Rogen-Grövelsjön-Idre" W1 und "Helags-Rogen" Z8

Tourenvorschlag 1: Öster Vingarna - Feragen, 3 - 4 Tage
Tourenvorschlag 2: Käringsjön - Rödsjön - Rogen - Revsjön - Rogen - Stora Tandsjön, 1 Woche

Die Karte stammt aus dem Buch "Bok om svenska kanotvatten" Stockholm 1985

 
 

 

Erläuterungen zur Karte:

1. Einsatzstelle am Vingbäcken, ca. 1 km südlich von Käringsjövallen. Von hier aus ca. 800 m auf dem Pfad zum See Östervingarna. Dort können die Boote eingesetzt werden.
2. Am südlichen Ende des Sees Östervingarna ca. 800 m umsetzen in den See Stora Tandsjön.
3. Westliches Ende vom Stora Tandsjö ca. 100 m überheben in den kleinen Fluss Rogsån. Danach drei kurze Umsetzungen auf dem Weg zum Hüttendorf Rogensbodarna
4. Einsatzstelle bei den Hütten am Käringssjön. Bis dorthin schlechter Fahrweg. 50 m zur Einsatzstelle
5. Das Seenlabyrinth Käringsjö besteht aus Unmengen von kleinen und größeren Seen die durch schmale, bis zu 30 Meter hohe Moränenrücken voneinander getrennt sind. Hier muss viel umgesetzt werden, allerdings sind die Umtragestellen recht kurz (max. 300 m, meistens wesentlich weniger). Hier ein Routenvorschlag: Am westlichen Ende des Käringsjö: 150 m umsetzen in den Kråksjö. Danach vom Kråksjön in den Källsjö umsetzen (250 m), zwischen Källsjö und Uthussjö 50 m umtragen, vom Uthussjö zum Nämdlösa Sjö (40 m) und dann weiter in den Nybodatjärnen (50 m). Zwischen Nybodatjärnen und Östra Rödsjön muss das Boot 250 m getragen werden. Von hier aus kann man bis zur Übernachtungshütte Skredbrostugan weiterpaddeln.
6. Das südliche Ende vom See Östra Rödsjö: 400 m umtragen in die Bucht Röviken, die schon zum Rogen gehört.
7. Westliches Ende des Sees Rövsjön: 250 m in das Seensystem Styggsjöarna. Dort mehrere kurze Überhebungen zwischen den Seen bis in den Fluss Röa. Die letzte Umtragung ist anstrengend und zeitraubend, da man ca. 500 m über verblocktes Gelände schleppen muss.
8. Im Fluss Röa müssen verschiedene kleine Stromschnellen gepaddelt, umtragen oder getreidelt werden.
9. Stromschnelle, am nördlichen Ufer umtragen, ca. 50 m
10. Stromschnelle, am nördlichen Ufer umtragen, ca. 150 m. An der Waldhüterhütte aussetzen. Kurz darauf erneut eine kurze Stromschnelle.
11. Stromschnelle, am nördlichen Ufer auf Pfad ca. 500 m umtragen.
12. Die Stromschnelle an der alten Floßrinne auf der südlichen Seite ca. 100 m umtragen. Kurz danach kommt eine neue Stromschnelle, die ebenfalls am Südufer umtragen wird (200 m). Die restliche Flussstrecke bis zum See Övre Roasten hat nur noch einige leicht paddelbare Schnellen.
13. Das westliche Ende des Sees Nedre Roasten: Ab hier wechseln sich i.d.R. fahrbare Stromschnellen und stilles Wasser ab. Falls Umtragen oder Treideln notwendig ist, so geschieht dies am besten über das nördliche Ufer
14. Ein Stück hinter der Røvolenhütte kommen zwei Wasserfälle. Der erste wird über das nördliche Ufer umtragen etwa 100 m vor dem Wasserfall. Dann müssen die boote über steile Felsen und Klippen gezogen werden (ca. 200 m). Der zweite Wasserfall wird am südlichen Ufer umtragen (100 m). Danach folgen abwechselnd Stillwasser und Stromschnellen, die zum Teil umtragen werden müssen.
15. Kurz vor dem See Starrhagen 500 m umtragen auf der Südseite.
16. Einige Kilometer vor der Einmündung in den Femunden kommen zwei Wasserfälle. Beide werden am südlichen Ufer umtragen (150 m). Achtung: Kurz darauf kommt eine niedrige Brücke!

Sabine und Wolfgang paddelten diese Tour im Spätsommer 2001. Hier geht es zu ihrem kurzen Reisebericht.

Die Tour kann dann über den Femunden in den Feragen fortgesetzt werden. Zwischen den beiden Seen muss ein paar Mal umtragen werden, da hier einige alte Floßrinnen eingebaut sind. Vom Feragen kann man problemlos bis Røros weiterpaddeln und von dort mit Bus und Taxi zurück nach Tännäs.


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