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Sabine und Wolfgang
waren im Spätsommer 2001 mit dem Kanu an der schwedisch-norwegischen
Grenze unterwegs. Danke für den Bericht!
Kanu-Tour,
August/September 2001
Rogen - Röa - Femund
von Schweden nach Norwegen
Literatur:
· DKV-Auslandsführer Skandinavien, 4. Auflage
· Kanuwandern in Schweden, Regenbogen Reiseführer
Vierzehn Tage Wildnis, Einsamkeit und herrliche Natur. Wir haben unseren
Urlaub in Skandinavien sehr genossen. Allerdings ist manches anders gelaufen,
als wir aufgrund unserer Vorbereitungen annehmen konnten, sodass wir dem
Hinweis "eine Tour mit Expeditionscharakter", wie es in einem
Reisebericht im Internet beschrieben worden ist, durchaus zustimmen können.
Die Mühen und Gefahren verklärten sich auch bei uns hinterher
zum großen Abenteuerurlaub..
Im Wesentlichen sind
wir den Empfehlungen der angegebenen Literatur gefolgt. Beide Quellen
ergänzen sich in gewisser Weise, stellen die Unternehmung jedoch
nach unserer Ansicht verharmlosend dar, was selbst Wildwassererfahrenen
leicht zum Verhängnis werden könnte!
Am See Östervingarna
bei Käringsjövallen ist die Einsatzstelle. Bis dorthin muss
durch unwegsames Gelände mühsam portiert werden (zu zweit ca.
vier Stunden) - der Einsatz des Bootswagens war fast nicht möglich.
Auch in den nächsten See, Stör Tandsjön, gelangt man nur
auf dem Landweg (drei Stunden Portage), auch hier konnte der Bootswagen
meist nicht eingesetzt werden. Von dort erreicht man dann den Rogensee
und die Röa.Die Befahrung der Röa mit bepackten Wanderbooten
(der Proviant für die ganze Strecke muss mitgenommen werden) ist
an vielen Passagen unmöglich, da es die Stromschnellen und die Wasserwucht
aus Sicherheitsgründen nicht zulassen. Eine Persenning ist unserer
Meinung nach unerlässlich!
Vielfach muss unter erheblichen Mühen portiert werden, was in der
Regel pro Portage etwa vier Stunden gedauert hat. Wir haben insgesamt
fünfmal portiert und viele Male aufwändig getreidelt (ein 25
m langes Seil ist dringend zu empfehlen). Die in der Literatur angegebenen
Treidelstellen sind lang und müssen eingehend besichtigt und abgelaufen
werden.
Auch auf die gemachten Angaben über die zu umtragenden bzw. treidelnden
Stromschnellen ist vielfach kein Verlass, da sie in der beschriebenen
Form oft nicht erkennbar sind. Ebenso wenig sind die Angaben zur Touristenhütte
"Rövollenstugan" als Anhaltspunkt und Orientierungshilfe
für die folgenden schwierigen Gefällestufen hilfreich, da die
Hütte vom Fluss aus nicht zu sehen ist. Auch der Hinweis, für
wenig Wildwassergeübte sei es eventuell einfacher die Boote gegen
Ende der Strecke auf dem Landweg 5-6 km bis zum Femundsee zu tragen, stellte
für uns keine Alternative dar. Wir fragen uns, wer freiwillig seine
ganze Kanuausrüstung, die bei einer solchen Tour doch einiges an
Gepäck umfasst, eine so lange Strecke portieren möchte bzw.
dazu in der Lage ist. Die letzte Strecke erfordert genauso wie die ganze
Röa Wildwassererfahrung. Doch hilft diese zur Überwindung der
zahlreichen, für bepackte Wanderboote unbefahrbaren bzw. sehr gefährlichen
Gefällestufen, recht wenig.
Für die ganze Tour braucht man einfach Improvisationsbereitschaft,
den Willen tagelang Strapazen auf sich zu nehmen, Ruhe und viel Zeit,
sowie ausreichend Verpflegung.
Die in der Literatur gemachten Zeitangaben (5 Tage im DKV bzw. 3-4 Tage
im Kanuwanderbuch Schweden) für die Befahrung der Strecke sind schlichtweg
falsch und irreführend! Allein die Portagen, das Auskundschaften
der Strecke und die erforderlichen Ruhepausen verlängern das Unternehmen
um das Zwei- bis Dreifache, wobei unwägbar ist, wie lange man auf
dem Rogen- und Femundsee durch starken Wind und Wellengang festgesetzt
sein kann. Wir haben die Tour schließlich am Ostufer des Femundsees
in Elga beendet (bis dorthin benötigten wir 11 reine Flusswandertage,
drei Ruhetage, von denen wir uns noch weitere gewünscht hätten,
nicht miteingerechnet.
Zu unserem Auto sind
wir dann in vier Tagen über das Fjäll nach Schweden zurückgewandert
(53 km).Trotz der Mühen ist es herrlich zu sehen, wie intakt, schön
und wild die Natur dort noch ist, und wir hoffen, dass diese so erhalten
bleibt!
Sabine Heinzelmann
und Wolfgang Bock
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